''1 zu 1 Kund:innen haben keine Lust auf rechtlichen Vertragskram''

Hate to tell you aaaaber:

ohne wird’s nicht gehen. Das hat vor allem zwei Gründe: Rechtssicherheit für euch beide und Transparenz für euch beide. Naja okay, das zweite spricht eher für AGB aber im weitesten Sinne ist das ja auch schon ein fast fertiger Vertrag. Ja, Vertragskram kann unbequem sein – ABER: er ist auch wichtig, damit alle Parteien wissen, auf was sie sich einlassen. 

Damit es nicht unnötig stressig ist, stelle ich dir hier eine Checkliste bereit, die du im Erstgespräch mit deinen Clients durchgehen kannst. Easy peasy und überhaupt nicht krampfhaft. Ready für eine rechtssichere Zusammenarbeit?

Checkliste für 1:1 individuelle Zusammenarbeit mit Kunden Recht rechtssicher

Wir teilen die Zusammenarbeit in 3 Phasen ein

Um die Checkliste so easy-going wie nur möglich zu machen und gleichzeitig keine wichtigen Punkte zu vergessen, teilen wir sie in 3 Phasen: 

  • vor der Zusammenarbeit
  • während der Zusammenarbeit
  • nach der Zusammenarbeit

Wie geht’s dir damit?  Bist du eher Team “lieber so rechtssicher wie möglich“ oder “ach, wird schon alles gut gehen“?

Wie du am besten ein Verkaufsgespräch am besten aus deinem ersten Call machst, darum soll es hier gar nicht gehen. Sondern darum, wie du im Verkaufsgespräch Recht damit verbinden kannst, in deiner Energie zu bleiben.

VOR eurer Zusammenarbeit

Die Situation ist folgende: Ihr wisst, dass er:sie wahrscheinlich mit dir zusammenarbeiten will aber so richtig abgemacht ist noch nichts. Ihr trefft euch (auf einen virtuellen Kaffee) und besprecht, wie eine Buchung/Zusammenarbeit aussehen kann. Beachte dabei:

  • derjenige, der die digitale Infrastruktur zur Verfügung stellt (zB den Zoom-Raum), muss dieses Tool in seiner Datenschutzerklärung integriert haben und vor dem Termin darauf verweisen
  • das gilt auch dann, wenn es keine Aufzeichnung gibt
  • mach klar, wie lange das Erstgespräch geht und ob es bepreist wird/kostenlos ist
  • am Ende: fasse alle wichtigen Punkte zusammen und vereinbart, wie es nach dem Call weitergehen soll (Wann schickst du das verbindliche Angebot?)

WÄHREND eurer Zusammenarbeit

Im Call habt ihr für euch beide einen guten Deal gefunden aber jetzt geht's um die hard facts, die du in dein Angebot/ deinen fertigen Vertrag integrierst (die nachfolgenden Punkte kannst du im Kennlern-Call besprechen oder benennen):

  • Was wünscht sich der:die Kund:in von dir? Was soll als Ergebnis eurer Zusammenarbeit stehen?
  • Was ist genau Bestandteil deiner Leistung? Liste hier alle Details auf. Von der PDF-Datei oder das aufgenommene Video über Korrekturschleifen bis zum Abschlussgespräch.
  • Welche Fristen gibt es (für dich & sie:ihn)?
  • Welche Leistungsvoraussetzungen gibt es? zB einen Kundenfragebogen oder die Vereinbarung zu Nutzungsrechten
  • Was könnt ihr machen, falls mal etwas schief geht? zB wenn eine Partei ein blödes Gefühl hat oder jemand Termine vergisst
  • Möchtest du (falls vorhanden) AGB integrieren?

NACH eurer Zusammenarbeit

Auch die schönste Zusammenarbeit ist irgendwann mal zu Ende (oder zumindest eine Leistungsperiode, wenn ihr wiederkehrende Leistungen vereinbart habt) und dann gibt's für dich folgende Fragen:

  • Was bleibt nach der Buchung? Begleitest du deine Kund:innen weiterhin? Falls ja: in welchem Umfang und zu welchem Preis (Upsell-Möglichkeit) – Schreibst du einen Kunden-Newsletter? (Achtung: nur eingeschränkte Werbeerlaubnis)
  • Kannst du Arbeitsproben aus dem Vertrag als Testimonial benutzen? Oder erklären sich die Kund:innen sogar bereit, selbst eines aufzunehmen? (Nutzungsrechte-Vereinbarung nicht vergessen!)
  • Hast du alle Zahlungen erhalten und samt Rechnung in der Buchhaltung?
  • Was ist dein Learning? Kannst du Absprache-Prozesse anders gestalten oder deine Preise anpassen?

Wie kannst du Vibe & Recht verbinden?

In Erstgesprächen merkt man, ob die Energie stimmt und ob eure Energien zusammen viben. Dazwischen funken dann die Rechtsfragen und machen alles kaputt, oder? 

Vielleicht kannst du es so betrachten: das eine geht ohne das andere nicht. Ihr müsst auch über hard facts sprechen, um zu schauen, ob nicht nur der Vibe passt, sondern ob eure Vorstellungen von Inhalten auch zusammenpassen. Wenn du zB nur live-Workshops machst, dein:e Kund:in aber ein Videomodul voraufgezeichnet haben will – dann sieht’s mau aus. Dann ist es auch egal, ob euer Human Design Chart matched… 

Andersrum genau so: wenn ihr ständig aneinander vorbeiredet und eure Kommunikation für beide stressig ist, dann ist es auch egal, dass du die Leistung anbietest, die er:sie sucht. Das tun nämlich andere am Markt vermutlich auch.

Checkliste für 1:1 individuelle Zusammenarbeit mit Kunden Recht rechtssicher

Achte deshalb darauf, Elemente sichtbar zu machen, die euch beides bringen (Vibe & Rechtssicherheit).

Das geht zum Beispiel, in dem ihr einen safe space schafft und euch gegenseitig ehrlich mitteilt, was es gerade braucht. Das Gespräch wird sich natürlich entwickeln und wenn du immer mal ein Auge auf die Checkliste von oben wirfst, dann kann quasi nichts mehr schief gehen. 😉

Welche Aussage steht also am Ende des Blog-Beitrags?

Rechtssicher zu arbeiten sollte eine hohe Priorität von dir sein. Sonst wird’s auf lange Sicht nichts mit Kundenvertrauen durch Transparenz und erfolgreichem Wirtschaften weil dir für Problemsituationen aus rechtlicher Sicht der Rücken freigehalten wird. Aber ganz ohne matching engery geht’s halt auch nicht. Ich bin mir sicher: du findest ’ne gute Mischung!

Über die Autorin

Seit mehr als 3 Jahren helfe ich als erfolgreiche Rechtstutorin Unternehmer:innen und Gründenden auf ihrem Weg zur Rechtssicherheit und habe schon 120+ Unternehmen dabei begleitet, Abmahnungen zu verhindern, indem sie die Umsetzung der Rechtslage selbst in die Hand nehmen. 

Jetzt zeige ich dir, wie du das für dein Business und deine Kund:innen auch haben kannst – wie du Recht easy going in deinen aktuellen Fokus rückst und dabei das Beste für dein Unternehmen rausholst.